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Microneedling: Seren „einschleusen“? Warum das keine gute Idee ist

  • Autorenbild: Micha
    Micha
  • 4. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Microneedling im Kosmetikinstitut

Microneedling gehört heute zu den beliebtesten Methoden zur Hautverbesserung. Die Behandlung kann die Hautstruktur verfeinern, die Kollagenbildung anregen und für ein frischeres Hautbild sorgen.

Oft wird dabei behauptet, die feinen Nadeln würden Wirkstoffe oder Seren „tief in die Haut transportieren“ – und genau das sei besonders gut für die Haut.

Das klingt logisch. Ist es aber nicht unbedingt.


Die eigentliche Wirkung von Microneedling

Microneedling funktioniert vor allem über einen kontrollierten Reiz der Haut.

Durch die feinen Mikroverletzungen startet die Haut eigene Reparaturprozesse:

  • Kollagen wird neu gebildet

  • die Hauterneuerung wird angeregt

  • die Hautstruktur kann sich verbessern

Die positive Wirkung entsteht also primär durch den natürlichen Regenerationsprozess der Haut – nicht dadurch, dass große Mengen an Wirkstoffen in tiefere Hautschichten gelangen.


Die Hautbarriere ist nicht ohne Grund vorhanden

Unsere Haut besitzt eine Schutzbarriere. Sie verhindert normalerweise, dass Fremdstoffe unkontrolliert in tiefere Hautschichten eindringen.

Beim Microneedling wird diese Barriere kurzfristig geöffnet.

Genau deshalb sollte man sehr vorsichtig sein, welche Produkte während oder direkt nach der Behandlung verwendet werden.

Denn viele Seren wurden ursprünglich gar nicht dafür entwickelt, durch tausende Mikrokanäle tief in die Haut eingebracht zu werden.


Warum „mehr Wirkstoff“ nicht automatisch besser ist

Viele Marketingversprechen suggerieren:„Je mehr Wirkstoffe eingeschleust werden, desto besser das Ergebnis.“

In der Praxis kann das Gegenteil passieren.

Zu aggressive oder ungeeignete Seren können:

  • die Haut unnötig reizen

  • Entzündungen fördern

  • Rötungen verlängern

  • die Regeneration stören

  • Kontaktallergien begünstigen

  • Pigmentstörungen provozieren

Besonders problematisch sind:

  • stark parfumierte Produkte

  • Säuren in hoher Konzentration

  • ätherische Öle

  • Konservierungsstoffe

  • komplexe Wirkstoffcocktails


Microneedling braucht Ruhe – keine Reizüberflutung

Nach dem Needling befindet sich die Haut in einer sensiblen Reparaturphase.

In dieser Zeit benötigt sie vor allem:

  • Feuchtigkeit

  • Beruhigung

  • Schutz

  • möglichst wenig Irritation

Die Idee, direkt nach der Behandlung möglichst viele Wirkstoffe „hineinzuschleusen“, widerspricht häufig genau diesem Prinzip.

Eine überforderte Haut reagiert oft mit:

  • verlängerten Rötungen

  • Brennen

  • Spannungsgefühl

  • Unreinheiten

  • verzögerter Heilung


Weniger ist oft mehr

Professionelles Microneedling bedeutet nicht, möglichst viele Seren einzusetzen.

Entscheidend sind:

  • die richtige Nadeltiefe

  • hygienisches Arbeiten

  • die passende Behandlungsintensität

  • eine hautberuhigende Nachpflege

Die Haut soll stimuliert werden – nicht überlastet.


Fazit

Microneedling wirkt vor allem durch die Aktivierung der natürlichen Regeneration der Haut.

Die Vorstellung, dass Wirkstoffe möglichst tief „eingeschleust“ werden müssen, ist eher ein Marketinggedanke als der eigentliche Schlüssel zu guten Ergebnissen.

Zu viele oder ungeeignete Seren können die Haut nach dem Needling sogar belasten und den Heilungsprozess negativ beeinflussen.

Bei Microneedling gilt deshalb oft: Weniger Reiz. Mehr Hautgesundheit.

 
 
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